Erfahrungsbericht – Meine Geschlechtsidentität – E.S. (Wien)


Meine Geschlechtsidentität:
Als Kind bin ich gerne im Prinzessinnenkostüm herumgelaufen, ich habe auch gern mit Zügen gespielt, meinen Puppen Make-Up aufgemalt und mir Rülps-Duelle mit den Burschen geliefert.
Es war mir klar, dass andere mich in die Kategorie “Mädchen” einordneten aber ich fand es immer wieder lustig die Erwartungen, die damit kamen auf den Kopf zu stellen.

Eine lange Zeit war mir das mit dem Geschlecht ziemlich egal und dank meinem liberalen, offenen Umfeld war es auch nicht sehr wichtig. Aber als ich dann 18 wurde fingen die Leute an mich “Frau” und “die Dame” zu nennen. Irgendwie war mir äußerst unangenehm. Ich wusste nur nicht wieso.

Es dauerte aber noch eine Weile bis eine Freundin mir zufällig von ihrem Genderstudies Studium erzählte und als sie “Genderfluid” erwähnte machte es Klick für mich.
“Genderfluid: Personen, deren Geschlecht nicht fixiert ist und sich immer wieder ändern kann. Die Spanne und Richtung des Veränderns kann dabei ganz unterschiedlich sein. Mal eher weiblich, eher männlich, dazwischen, in der Mitte oder auch etwas anderes.”
Das fühlte sich einfach stimmig an.

Für mich veränderte sich plötzlich ganz viel dadurch, dass mir das bewusst wurde.

Heute passt das label „Nicht-Binär“ am besten für mich. Damit lebe ich jetzt schon seit ca 6 Jahren und fühle mich wohl in meiner Haut.

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